Staus auf der A8

Die A8 ist streng genommen keine komplette Autobahn, sie besteht vielmehr aus drei Teilstücken. Von Perl führt die A8 über Saarlouis und Neunkirchen im Saarland bis nach Pirmasens, Karlsruhe, Stuttgart, Ulm und Augsburg bis nach München, und vor dort aus bis an die Grenze Österreichs in Salzburg. Mit dieser Streckenführung ist die Autobahn 8 eine der wichtigsten Verbindungsstraßen von Westen nach Osten, aber die A8 ist auch eine der gefährlichsten Autobahnen, die es in Deutschland gibt.

Auf keiner Autobahn in Deutschland passieren so viele Unfälle wie auf der 505 km langen A8. Diese schlechte Statistik hat drei Gründe, zum einen das hohe Verkehrsaufkommen, zum anderen der schlechte Ausbauzustand. Auch das Alter macht der A8 sehr zu schaffen und sorgt dafür, dass es ständig irgendwo zwischen Perl und der österreichischen Grenze kracht. Wer die A8 im Winter befährt oder auf der Autobahn in den Ferien unterwegs ist, der muss mit vielen Staus rechnen. Vor allem die Straßen durch den Schwarzwald und der Aufstieg zur Schwäbischen Alp sind berüchtigte Staustellen, an denen zudem noch viele Unfälle passieren. Nicht ohne sind auch die Streckenabschnitte am Aichelberg und in Merklingen, am Kreuz Ulm und das Autobahnkreuz Augsburg West ist berühmt, wenn es um kilometerlange Staus geht.

Die A8 Geschichte

stau a8

Mit dem Bau der A8 wurde im Jahr 1934 begonnen, und zwar gleichzeitig an 22 Stellen. Das erste Teilstück wurde zwischen München und Salzburg fertig, das zweite und letzte Stück zwischen Karlsruhe und Salzburg entstand während der Zeit der Nationalsozialisten. Dann kam der Krieg und die Bauarbeiten wurden unterbrochen. Während des Krieges wurden die schon fertiggestellten Teile der späteren A8 aber nicht nur für den Autoverkehr genutzt, die Teilstücke waren so gebaut, dass auch Flugzeuge dort starten und landen konnten.

Nach dem Krieg wurden die Schäden, die an vielen Stellen der A8 entstanden waren, nur sehr notdürftig repariert. Erst in den 1950er und 1960er Jahren wurde die A8 grundlegend saniert und am Anschluss in Adelsried wurde die erste Kapelle an einer deutschen Autobahn gebaut.

Die drei Abschnitte der A8

Der erste Abschnitt der A8 verläuft an der Grenze zu Luxemburg und dann weiter an der deutsch-französischen Grenze. Auf diesem Stück kommt es immer wieder zu langen Staus auf der A8, denn teilweise gibt es nur eine Fahrbahn. Nachdem es immer wieder zu schweren Unfällen gekommen war, wurde das Stück zwischen der Merzig-Wellingen und Merzig-Schwemmlingen mit einer zweiten Spur ausgestattet. In Richtung Pirmasens ist die A8 aber nach wie vor nur einspurig. Seit 2013 gibt es Pläne für einen Ausbau und 2014 hat der Bund auch der Finanzierung zugestimmt. Wenn alles klappt, dann wird diese Baumaßnahme 2017 beendet sein.

In ihrem weiteren Verlauf überquert die A8 die Saar und führt weiter nach Osten. Bei Heuweiler kreuzt die A8 die A1 und führt dann direkt ins Stadtzentrum von Saarbrücken. Weiter geht die Fahrt nach Homberg und Zweibrücken, und von dort aus nach Pirmasens.

Der zweite Abschnitt der A8 startet dann in Karlsruhe und geht bis nach München. Auf diesem Teilstück liegen die Städte Pforzheim, Leonberg, Stuttgart, Kirchheim/Teck, Ulm, Günzburg und auch Augsburg. Das Teilstück endet in München-Obermenzing und führt dort direkt in den Stadtverkehr. Zwischen Karlsruhe und dem Autobahnkreuz in Leonberg hat die A8 sechs Spuren und das entlastet den Verkehr, besonders zu den Stoßzeiten am Morgen und am Nachmittag sowie in den Ferien. Auch die anderen Abschnitte der A8 sollen in den nächsten Jahren sechs Spuren bekommen, wann genau das aber stattfinden wird, ist bis heute nicht bekannt. Vor allem zwischen Leonberg und Stuttgart ist immer was los und mit 140.000 Fahrzeugen jeden Tag ist das der am meisten befahrene Abschnitt auf einer deutschen Autobahn. Teilweise gibt es keinen Standstreifen und viele der Auf- und Abfahrten sind viel zu kurz. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Beschleunigungsstreifen, der an vielen Stellen auch zu kurz geraten ist.

Ein großer Unfallschwerpunkt ist auch der Aichelberg. Scharfe Kurven und Steigungen sorgen dafür, dass es am Aichelberg immer wieder kracht. LKWs, bei denen die Bremsen versagen oder die zu spät abbremsen, sind nicht selten die Ursache für die Unfälle auf diesem Teilstück der A8. Zwischen Wendlingen und dem Dreieck Leonberg wurde eine Verkehrsbeeinflussungsanlage eingebaut, die sich immer dann einschaltet, wenn das Verkehrsaufkommen zu groß wird und der Standstreifen mitbenutzt werden kann.

Der Teilabschnitt Nummer drei beginnt in München auf der Rosenheimer Straße. Die A8 beginnt hier mit sechs Fahrstreifen, wird aber dann im weiteren Verlauf zweispurig. Von München aus geht es weiter nach Holzkirchen und vom Irschenberg zum Autobahndreieck Inntal. Von dort aus zweigt die Autobahn in Richtung Brenner und Kufstein ab. Wer in Richtung Osten auf der A8 weiterfährt, der kann die schöne Landschaft am Chiemsee genießen, denn das Ufer des Sees verläuft parallel zur Autobahn. Die Fahrt geht weiter nach Traunstein und dann durch viele Kurven nach Bad Reichenhall. Die Saarlachbrücke ist dann die Grenze zum Nachbarn Österreich, und kurz nach der Brücke taucht dann schon Salzburg und damit das Ende der A8 auf.

Gebaut wird überall

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Wer auf der A8 unterwegs ist, der sollte sich auf viele Staus entlang der Strecke einstellen. Fast überall wird gebaut und die Autofahrer müssen sich auf zum Teil sehr lange Wartezeiten einstellen. Es gibt einige Punkte an der A8, die besonders schwierig sind, weil dort die Autobahn auf sechs Fahrstreifen verbreitert wird. Das ist aktuell bei Pforzheim, in München-Süd und auch auf dem Abschnitt Inntal der Fall. Acht Fahrbahnen soll die A8 am Brennpunkt in Leonberg bekommen, aber wann das Teilstück fertig ist, das steht noch in den Sternen.

Auch viele Brücken im Streckenverlauf der A8 sind sanierungsbedürftig, daher muss auch an diesen Stellen mit Staus gerechnet werden. Die A8 ist eine schnelle Verbindung für alle, die aus dem Westen kommend nach Österreich fahren wollen, aber besonders zu den Ferienzeiten ist die A8 zum Teil überfüllt. Es gibt zwar viele Möglichkeiten, die Autobahn zu verlassen und auf Landstraßen auszuweichen, aber diese Idee haben viele andere Autofahrer auch und wer Zeit sparen will, der sollte, auch wenn es vielleicht komisch klingt, lieber auf der A8 bleiben und den Stau einfach aussitzen.

Stau-A8.de

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